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Kultur - Geschichte der Blüten und PflanzenSeit der frühen Entstehung der Menschheit bewundern wir ehrfürchtig den Zauber der Flora & Fauna. Jede Blüte und Pflanze in Ihrer Form, Farbe, Muster Ihrer Blüten und Blätter. In der Natur sind diese auch die Seele, Pflanzen und Bäume sind die Luft zum Atmen.
Altes ÄgyptenDie Ältesten, heute noch erhaltenen Kunst- und Bauwerke stammen noch aus der Zeit antiken Dynastien, der vor 2500 v. Chr. Ägypten beherrschten. Damals spielten Symbole, Rituale und die Schönheit der menschlichen Gestalt eine bedeutende Rolle. Zwei Pflanzen tauchen in der Ägyptischen Symbolik immer wieder auf: die Seerose und der Papyrus. Als Ornamente zierten sie Gebäude, man brachte sie als Opfer- und Ehrengabe Göttern und Würdenträgern dar und sie waren Bestandteil der Gebinde für die Toten.
Lange meinte man, es handele sich bei diesen Blütenformen um die Indische Lotusblume (Nelumbo nucifera). Heute weiß man jedoch, dass es die Ägyptische Lotusblume (Nymphaea lotus) ist, eine weiße, meist Nacht aufblühende Seerose, deren stark duftende Blüten einen Durchmesser von mehr als 30 Zentimeter erreichen können. In ägyptischen Grabschmuck fand mann Mohn, Iris, Oliven, Kornblumen, Rosmarin, Lupinen und Narzissen. Einige dieser Funde datieren aus der Zeit um 3500 v. Chr. Etwa zwei tausend Jahre später kam die Rose aus China über Griechenland nach Ägypten.
Antikes Griechenland und RomViele Statuen aus jener Zeit zeigen, dass ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt waren. Um die körperliche Perfektion zu feiern, ob in den Wettkampfarenen oder bei Riten, verwendeten Griechen und Römer Blumen und Blätter, oft für Kränze, Girlanden oder Haarschmuck.
Naher Osten und IndienDas Wort "Paradies" ist von dem persischen Wort für eingefriedeten oder eingezäunten Garten, "pairidaeza", abgeleitet.
Es gibt jedoch erst aus dem 13. und 14. Jahrhundert Beweise dafür, das in der islamischen Kultur Blumen geschnitten und arrangiert wurden. Fresken, Kacheln und Grabschmuck aus dieser Zeit zeigen reich verzierte Keramikvasen mit formal streng zusammen gestellten Blumen-Arrangements. Teppiche mit Blumen und Blumen-Arrangements in Vasen sollten das Paradies darstellen. In der Türkei waren als Geschenk ein enges Väschen mit einer einzigen Tulpe beliebt.
China und JapanSeit frühester Zeit verfügt China über eine sehr lebendige Tradition des Blumen Arrangieren. Die goldene Regel "Blüten und Blätter bedecken nie den Rand der Vase" wurde immer beachtet. Lieblingsblumen waren in China über Jahrhunderte hinweg die Chrysantheme, die Strauchpäonie, die Lotusblume, die als heilig galt, Pfirsich- und Aprikosenblüten (Symbole der Reinheit), die Iris (heilige Lilie oder Wasserfee genannt), Orchideen, die Kiefer, die für Langlebigkeit stand, und der Bambus, das Symbol des Mutes.
Die Japaner ließen sich vom frühen chinesischen Stil des Blumensteckens aus dem 6. Jahrhundert inspirieren. Im Lauf von Jahrhunderten entwickelten sie es zu der als Ikebana bezeichneten Kunst. Ikebana (wörtlich: lebendes Pflanzenmaterial) kombiniert den buddhistischen und den schintoistischen Glauben an die heilige Natur der Pflanzen.
Es wurden jetzt Blumen, Zweige und Blätter - manchmal auch Früchte und Gemüse - in einer flachen Schale als eine Art Landschaft arrangiert. Die Grundgedanken behielt man bei, verstärkte sie vielleicht sogar noch: Die Anordnung der Pflanzen muss deren natürliche Schönheit zur Geltung bringen und das Arrangement muss eine Abstraktion der heiligen Natur der Pflanzen sein.
Die RenaissanceIm frühen 14. Jahrhundert wogte von Italien aus eine Welle neuer Gedanken, Wissenschaften und künstlerischer Ideen durch ganz Europa, die heute als Renaissance bekannt ist. Giotto, Botticelli, Mantegna, Michelangelo, Leonardo da Vinci - einige der größten Maler der Geschichte - schufen Arbeiten, auf denen Blumen zu sehen sind, zum Beispiel Iris, Kornblumen, Narzissen, Akeleien und Rosen.
Die Blumen auf den Abbildungen verstärkten für den Betrachter symbolisch die Geschichte oder die Szene. So war ein Symbol der Liebe. Die weiße Rose, die man als "Rose ohne Dornen" sieht, wird mit der Jungfrau Maria in Zusammenhang gebracht. Die Akelei mit ihren Blüten, die fliegenden Tauben ähneln, gilt als Symbol für den Heiligen Geist. Das Veilchen mit seinen Blütenköpfchen ist ein Symbol für Demut, die mit dem Jesuskind gleichgesetzt wird.
Die Renaissance-Ästhetik vertrat die Theorie vom Bild als Fenster zur Welt, durch das der Betrachter in die vom Künstler wiedererschaffene Welt sah. Pflanzen und Blumen spielten bei der Entwicklung dieser Ästhetik eine sehr große Rolle. Dies kann man in den Gemälden, Skizzen und Zeichnungen eines der größten Meister der Epoche - Leonardo da Vinci - eindeutig erkennen.
NiederlandeIm 15. Jahrhundert erhielt die Blumen in der Kunst des nördlichen Europa eine führende Rolle. |





